Vom Aquarium zum Tropenhaus
Dienstag, 28.4.2026
Affen- und Aquariumhaus
Erleichtert schaue ich mich noch im Affen- und Aquariumhaus um. Am Eingang hängt dort der freundliche Hinweis, dass Teleobjektive hier eher unerwünscht sind. Die tierischen Kraftpakete mögen es nämlich gar nicht, im Fokus der Kamera zu stehen – ganz anders als so manche Hollywood-Actionhelden, die das Rampenlicht ja regelrecht suchen. Das Problem stellt sich heute allerdings gar nicht, denn die Affen-Innengehege sind leer.
Auf der anderen Seite des gemeinsam genutzten Hauses befinden sich acht oder zehn Aquarien.
In einem davon sind – farbig ausgeleuchtet – verschiedene Arten von Steinkorallen zu sehen, darunter verzweigte Acropora und flächig wachsende Montipora. Ganz oben zieht ein Doktorfisch seine Bahn.
- Korallenwald
- Seepferdchen
Ein anderes Becken zeigt ein „Langschnäuziges Seepferdchen“ vor grün schimmernden Wasserpflanzen.
Was mich bei Zoobesuchen immer wieder stört, sind Eltern, die ihren Kindern mit großer Selbstsicherheit Dinge über Tiere erklären, die offensichtlich nicht stimmen – vermutlich wollen sie so besonders kompetent wirken, obwohl ihr „Wissen“ oft nicht einmal über Halbwissen hinausgeht. So wie am mittleren Becken, wo ein Mädchen stolz auf einen Clownfisch zeigt und ruft: „Schau, Mama, Nemo!“ – und die Mutter sie klugscheißerisch– und das keinesfalls ironisch – korrigiert: „Goldfisch.“
Ich muss mir auf die Lippen beißen, um nichts zu sagen. Der Fisch selbst dürfte diese spontane Umklassifizierung vermutlich wenig interessieren – er schweigt einfach weiter in seiner Anemone.
Im Bistro Lagunenblick
Um kurz vor eins sind wir am „Lagunenblick“, dem Bistro im Tiergarten Nürnberg, das auf schnelle Verpflegung während des Rundgangs ausgelegt ist. Für mich persönlich ist es im Vergleich zur „Waldschänke“ die deutlich bessere Wahl: unkompliziert, schnell und ohne lange Wartezeiten – genau das Richtige während eines Tiergartenbesuchs.
Die „Waldschänke“ dagegen ist eher ein klassisches Ausflugslokal mit Anspruch auf Restaurantatmosphäre. Das ist mir persönlich für ein Tiergarten-Restaurant jedoch zu geschniegelt und insgesamt auch zu teuer.
- Finn bewacht die Kameras
- Ofenkartoffel mit Sour Creme und Salat
Ich hol mir eine Ofenkartoffel und für Susanne Cappuccino und Schokokuchen. Die Ofenkartoffel selbst ist diesmal allerdings kein Highlight: Sie ist mit reichlich mit Sour Cream zugeschmiert – gefühlt fünf Pfund. Früher war die eindeutig besser. Dafür ist der Salat, wie auch damals schon, wirklich gut.
Ich lass die Hälfte der Kartoffel liegen, weshalb Susanne bemerkt: „Schmeckt’s nicht?“. „Nö!“. Susanne hat da aber gar keine Hemmungen und macht den Teller leer.
Manatihaus
Bis zum möglicherweise zweiten Treffen mit Lorenzo haben wir noch etwas Zeit und gehen ins Manatihaus. Dort herrschen 25–30 °C und bis zu 90 % Luftfeuchtigkeit, sodass – kaum ist man drin – Brillen und Objektive sofort beschlagen und Fotografieren oft 20 bis 30 Minuten lang kaum möglich ist.
Heute ist davon jedoch nichts zu spüren. Trotz der warm-feuchten Atmosphäre bleibt die Sicht klar, und die Kamera ist sofort einsatzbereit. Allerdings war es draußen ebenfalls sehr warm, sodass der Temperaturunterschied deutlich geringer ausfällt als sonst.
Tropische Pflanzen
Als erstes fällt die tropische Vegetation mit ihren intensiven Farben auf, wie hier die Feuerspitze. In Tropenhäusern wie dem Manatihaus wird sie gerne als Teil der dichten Bepflanzung eingesetzt, da sie mit ihrer kräftigen Farbwirkung maßgeblich zur exotischen Atmosphäre beiträgt.
- Die Feuerspitze …
- … ist sehr dekorativ.
Tropische Schmetterlinge
Offenbar war kurz bevor wir reinkamen die Beregnungsanlage aktiv, was zu einem kurzfristigen Anstieg der Luftfeuchtigkeit geführt hat. Für die Schmetterlinge ein deutliches Signal: Einerseits werden sie dadurch kurz aufgeschreckt, andererseits können sie nun besser Feuchtigkeit und Mineralstoffe aufnehmen.
Im Manatihaus gibt es – vom Bananen- bis zum Zebrafalter – gefühlt „tausend Arten“ von Schmetterlingen. Hier nur eine kleine Auswahl:
- Bananenfalter (Caligo)
- Blaue Passionsfalter (Heliconius Cydno)
- Blauer Morphofalter (Morpho Peleides)
- Dorisfalter Heliconius Doris (Heliconius Doris)
- Doris-Langflügler (Laparus doris)
- Fackel (Dryas julia)
- Fleck-Schillerfalter (Myscelia Cyaniris)
- Ismenius- oder Tiger-Passionsfalter (Heliconius ismenius)
- Julia-Schmetterling (Dryas iulia)
- Monarchfalter (Donnaus Plexippus)
- Oranger Tiger (Dryadula Phaetusa)
- Postbote (Heliconius Melcomene)
- Hecale- oder ebenfalls Tiger-Passionsfalter (Heliconius Hecale)
- Zebrafalter (Heliconius Caritinius)
Eine Besonderheit ist zu beobachten: Der Ismenius- oder Tiger-Passionsfalter (Heliconius ismenius) ist Teil eines sogenannten Mimikry-Rings. Mehrere Arten dieses Rings weisen ein sehr ähnliches Erscheinungsbild auf. Einige sind giftig oder zumindest für Fressfeinde ungenießbar bzw. bitter im Geschmack. Durch diese Ähnlichkeit profitieren alle beteiligten Arten, da sie von Vögeln nicht unterschieden werden können und daher seltener gefressen werden. Dieses Schutzsystem hält mich aber nicht davon ab, sie zu fotografieren.
- Passionsfalter bei der Mahlzeit
- Er schreckt Fressfeinde ab.
Im weiteren Verlauf des Rundgangs können wir u.a. Pfeilgiftfrösche, Blattschneiderameisen und allerlei andere tropische Kleintiere sehen. Das Manatihaus zeigt daher eindrucksvoll, wie vielfältig das Leben im Regenwald ist, auch in den kleinsten Lebensräumen.
Weißgesichts-Maki
Im weiteren Verlauf des Rundgangs können wir u.a. Pfeilgiftfrösche, Blattschneiderameisen und allerlei andere tropische Kleintiere sehen. Das Manati-Haus zeigt daher eindrucksvoll, wie vielfältig das Leben im Regenwald ist, auch in den kleinsten Lebensräumen.
Am Südende des Manatihauses treffen wir auf die Weißgesichts-Makis (Varecia variegata), die sich mit hoher Geschwindigkeit durch das Geäst bewegen und dabei scheinbar mühelos zwischen den Besuchern hindurchspringen. Ohne räumliche Barrieren können sie sich im Prinzip im gesamten Haus frei bewegen, halten sich aber meist bevorzugt im südlichen Bereich des Manatihauses auf.
Am Südende des Manatihauses treffen wir auf die Weißgesichts-Makis (Varecia variegata), die sich mit hoher Geschwindigkeit durch das Geäst bewegen und dabei scheinbar mühelos zwischen den Besuchern hindurchspringen. Ohne räumliche Barrieren können sie sich im Prinzip im gesamten Haus frei bewegen, halten sich aber meist bevorzugt im südlichen Bereich des Manatihauses auf.
- Jungtier oder Weibchen
- Ausgewachsener Affenmann
Obwohl die Tiere den Besuchern sehr nahe kommen und man sie theoretisch sogar berühren könnte, ist das Anfassen ausdrücklich untersagt. Zudem besteht die berechtigte Annahme, dass die Makis bei zu engem oder ungewohntem Kontakt auch aggressiv reagieren und beißen können. Ein ausreichender Sicherheitsabstand ist daher unbedingt einzuhalten.
Manatis
Obwohl man sie bereits direkt am Eingang sehen kann, habe ich mir das Beste für den Schluss aufgehoben. Es geht um die Namensgeber des Hauses: die Manatis (Seekühe). Von verschiedenen Ebenen aus lassen sich die Tiere beobachten, wie sie ruhig und gemächlich durch das Wasser gleiten. Ihre langsamen, gleichmäßigen Bewegungen wirken dabei besonders eindrucksvoll und ausgesprochen entspannend.
- Manati beim Mampfen
- Platter Schwanz
| < zurück | umblättern > |
| Mehrtägige Fahrten in Deutschland |
| Reiseberichte aus Deutschland |











